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    Nominierungen und Preisträger 2019

    Nominierungen 2019

    Im Jahr 2019 waren insgesamt 15 Autoren für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Die Kritikerjury nominierte jeweils fünf Autoren bzw. Übersetzer in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung für den Preis der Leipziger Buchmesse 2019:

    Nominierte in der Kategorie Belletristik:

    • Kenah Cusanit: Babel (Carl Hanser Verlag, Januar 19)
    • Matthias Nawrat: Der traurige Gast (Rowohlt Verlag, Januar 19)
    • Jaroslav Rudiš: Winterbergs letzte Reise (Luchterhand Literaturverlag, Februar 19)
    • Anke Stelling: Schäfchen im Trockenen (Verbrecher Verlag, August 18)
    • Feridun Zaimoglu: Die Geschichte der Frau (Kiepenheuer & Witsch, März 19)

    Nominierte in der Kategorie Sachbuch und Essay:

    • Frank Biess: Republik der Angst. Eine andere Geschichte der Bundesrepublik (Rowohlt Verlag, Februar 19)
    • Harald Jähner: Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945 – 1955 (Rowohlt Berlin, Februar 19)
    • Marko Martin: Das Haus in Habana. Ein Rapport (Wehrhahn Verlag, Dezember 2018)
    • Lothar Müller: Freuds Dinge. Der Diwan, die Apollokerzen & die Seele im technischen Zeitalter (Die Andere Bibliothek, Februar 19)
    • Kia Vahland: Leonardo da Vinci und die Frauen. Eine Künstlerbiographie (Insel Verlag, März 19)

    Nominierte in der Kategorie Übersetzung:

    • Liviu Rebreanu: Der Wald der Gehenkten (Paul Zsolnay Verlag, August 2018), aus dem Rumänischen von Georg Aescht
    • Aura Xilonen: Gringo Champ (Carl Hanser Verlag, Januar 2019), aus dem Spanischen von Susanne Lange
    • György Dragomán: Löwenchor (Suhrkamp Verlag, Februar 2019), aus dem Ungarischen von Timea Tankó
    • Jean-Baptiste Del Amo: Tierreich (Verlag Matthes & Seitz Berlin, März 2019), aus dem Französischen von Karin Uttendörfer
    • Gabriela Adameşteanu: Verlorener Morgen (Die Andere Bibliothek, August 2018), aus dem Rumänischen von Eva Ruth Wemme

    Preisträger 2019

    Preis der Leipziger Buchmesse 2019 vergeben Anke Stelling, Harald Jähner und Eva Ruth Wemme sind die Preisträger/innen

    Kategorie Belletristik:

    Anke Stelling: Schäfchen im Trockenen
    (Verbrecher Verlag)

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    Über das Buch

    Resi hätte wissen können, dass ein Untermietverhältnis unter Freunden nicht die sicherste Wohnform darstellt, denn Freundschaft hört bekanntlich beim Geld auf. Die ist im Fall von Resis alter Clique mit den Jahren brüchig geworden. Sie hätte wissen können, dass spätestens mit der Familiengründung der erbfähige Teil der Clique abbiegt Richtung Eigenheim und sie zusehen muss, wie sie da mithält. Noch in den Achtzigern hieß es, alle Menschen wären gleich und würden demnächst auch durch Tüchtigkeit und Einsicht gerecht zusammenleben. Nun sieht Resi sich angesichts einer Wohnungskündigung mit der harten und enttäuschenden Wirklichkeit konfrontiert

    Zur Begründung der Jury

    „Schäfchen im Trockenen“ ist ein scharfkantiger, harscher Roman, der wehtun will und wehtun muss, der protestiert gegen den beständigen Versuch des besänftigt Werdens, der etwas aufreißt in unserem sicher geglaubten Selbstverständnis und dadurch den Kopf frei macht zum hoffentlich klareren Denken.

    Die Autorin

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    Copyright: Havanna Scriva

    Anke Stelling lebt als Autorin in Berlin. Sie hat das Kinderbuch ERNA UND DIE DREI WAHRHEITEN (cbt bei Random House, 2017) sowie sieben Romane, zwei davon gemeinsam mit Robby Dannenberg, verfasst, die bei Ammann, Fischer und im Verbrecher Verlag erschienen. BODENTIEFE FENSTER (2015) stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises und bekam den Melusine-Huss-Preis auf der Hotlist für Bücher aus unabhängigen Verlagen.







    Kategorie Sachbuch/Essayistik:

    Harald Jähner: "Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945-1955"
    (Rowohlt Verlag)

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    Über das Buch

    Zahllose Versprengte ziehen durchs Land, Kinder haben keine Väter mehr, die alte Staats- und Gesellschaftsform gilt nicht mehr – zugleich führen durch die geisterhaft entvölkerten Straßen Deutschlands wieder Rosenmontagszüge, Jazz erklingt aus Ruinen, Intellektuelle stoßen Debatten an und die Alliierten initiieren die demokratische Bildungsarbeit zur Überwindung des Nationalsozialismus. Harald Jähner legt die erste große Mentalitätsgeschichte der Nachkriegszeit vor, in der die Nachkriegsdeutschen und der Wandel ihrer Alltagswelt im Mittelpunkt stehen.


    Zur Begründung der Jury

    Wer hätte gedacht, dass ein Land in Schutt und Asche, voller Schuld und Schande, eine narrative Wundertüte sein kann? Harald Jähner beleuchtet die deutsche Nachkriegsgeschichte neu. Er nimmt uns mit in völlig zerstörte Innenstädte. Er erzählt von Ausgebombten, von Trümmerfrauen und von landauf, landab verhassten Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten. Durch den Frauenüberschuss nach dem Krieg kam es zuerst zu einer Scheidungswelle und dann zu einer Heiratswelle. Und Beate Uhse klärte die Leute auf, bevor sie ihr Versandgeschäft für Ehehygiene startete. Selten hat ein Sachbuch Anschaulichkeit, dramaturgisches Gespür und Eloquenz so gekonnt in sich vereint. Wer dachte, über die Nachkriegszeit schon alles gewusst zu haben, wird hier noch fündig werden.

    Der Autor

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    Copyright: Barbara Dietl

    Harald Jähner ist Journalist und Kritiker und war bis 2015 Feuilletonchef der Berliner Zeitung. Zuvor arbeitete er als freier Mitarbeiter im Literaturressort der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, als Leiter der Kommunikationsabteilung im Haus der Kulturen der Welt und als Redakteur bei den Berliner Festspielen. Seit 2011 ist er Honorarprofessor für Kulturjournalismus an der Universität der Künste Berlin.







    Kategorie Übersetzung:

    Eva Ruth Wemme: übersetzte aus dem Rumänischen: "Verlorener Morgen" von Gabriela Adameşteanu
    (Die Andere Bibliothek)

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    Über das Buch

    Gabriela Adameşteanu ist eine der wichtigsten Stimmen der rumänischen Literatur des 20. Jahrhunderts. 35 Jahre nach seinem Erscheinen in Rumänien liegt nun ihr Roman Verlorener Morgen dank Eva Wemme auch auf Deutsch vor. Ein einziger Tag, ein Bukarester Wintermorgen im Leben der Protagonistin Vica Anfang der 1980er-Jahre bildet die Klammer, die alles zusammenhält: Den 1. Weltkrieg, den Terror der 50er Jahre und die triste Ceausescu-Zeit, die Vica zur Sprache bringt. Mit großem erzählerischem Atem und ausschweifenden Dialogen entsteht auf diese Weise ein Panorama der Geschichte eines ganzen Landes mit all seinen Traditionslinien und Brüchen.



    Zur Begründung der Jury

    Eva Ruth Wemme hat sich schon im vergangenen Jahr mit „Humbug und Variationen“, humoristischer Kurzprosa und Szenen des rumänischen Nationalabsurdisten Ion Luca Caragiale als spracherfinderische, den gewagtesten Wortverdrehungen gewachsene Übersetzerin hervorgetan. Adameşteanus „Verlorener Morgen“ bringt ihr schöpferisches Talent erneut zum Vorschein. Denn zu den Zeitebenen, die hier aufeinanderprallen, kommen die Sprachebenen. Was die verarmte und in der Ehe mit einem Faulpelz vereinsamte Schneiderin Vica Delca, eine Frau von 70 Jahren, erst auf dem Weg zu ihrer Schwägerin und dann zur etwas bessergestellten Tochter ihrer früheren Arbeitgeberin an einem einzigen langen Bukarester Wintertag so alles denkt und erinnert, reicht von saftigen Flüchen bis zum Sprachunfall in schiefen Sätzen. Eva Ruth Wemme hat dieses charmante Ätzen und Giften in ein überzeugendes Deutsch gebracht.

    Die Autorin

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    Copyright: privat

    Eva Ruth Wemme arbeitet als Übersetzerin aus dem Rumänischen, Autorin, Regisseurin und Migrationsberaterin in Berlin. Für Ihre Übersetzungen von Werken u.a. Mircea Cartarescus, Nicoleta Esinencus, Nora Iugas und Ion Luca Caragiales erhielt sie mehrere Stipendien u.a. des Deutschen Übersetzerfonds. Ihre eigenen literarischen Arbeiten erscheinen im Verbrecher Verlag, zuletzt AMALINCA (2018).

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