Zur Sprachwahl
Zur Metanavigation
Zur Sucheingabe
Zur den Bannertabs
Zur Hauptnavigation
Zum Inhalt
Header Mobile Header

    Preisträger 2016

    Preisträger in der Kategorie Sachbuch/Essayistik

    Jürgen Goldstein: "Georg Forster. Zwischen Freiheit und Naturgewalt"
    (Matthes & Seitz)

    domimage

    Über das Buch

    Georg Forster (1754-1794) war Entdeckungsreisender, empfindsamer Naturbetrachter und entschiedener Revolutionär. Er umsegelte an der Seite von James Cook die Welt, verfasste glänzende Reiseerzählungen und rief 1793 in Mainz die erste Republik auf deutschem Boden aus. Jürgen Goldstein veranschaulicht in seiner glänzend geschriebenen Biographie Forsters Philosophie und lässt das ereignisreiche Leben dieses engagierten Intellektuellen der deutschen Aufklärung noch einmal Revue passieren.


    Die Begründung der Jury

    Der Entdecker, Zeichner, Schriftsteller, Übersetzer und Revolutionär Georg Forster, der an James Cooks zweiter Weltumseglung teilnahm und 1793 die Mainzer Republik ausrief, hat die Leser mit seiner "Reise um die Welt" betört. Jürgen Goldstein ist offenbar bei ihm in die Lehre gegangen. Seine Prosa ist anschaulich und unaufgeregt. Auf wunderbare Weise findet er genau das richtige Maß, sehr fein tariert er das Verhältnis von Originalzitaten und Deutung aus. Entschlossen tritt er hinter seinen Gegenstand zurück, der dadurch umso besser zur Geltung kommt.

    "Zwischen Freiheit und Naturgewalt" heißt das Buch im Untertitel. Es lässt jene kurze Episode des Globalisierungsprozesses aufleuchten, als Entdeckungen noch Verheißungen waren, noch nicht auf der Kippe, um in Verlustgeschichte umzuschlagen.

    Auch Georg Forsters Leben endete mit einer Verlusterfahrung. Jürgen Goldstein fängt sie durch geschickte Montage wie ein Prisma ein. Die Tragik dieses politischen Naturschwärmers hat nichts Heroisches, sie wird gestreift von einer Art Sanftmut und Schicksalsergebenheit. Als leidenschaftlicher Jakobiner sitzt er am Ende seines Lebens allein in Paris und sieht durch die Jakobinische Schreckensherrschaft all seine Hoffnungen zerstört. Noch einmal versucht er, die Revolution als Naturereignis zu legitimieren, das sich – wie der Ausbruch eines Vulkans – nicht aufhalten lässt. In einem Brief an seine längst die Scheidung betreibende Frau schreibt er wahrheitsgemäß: "Aus der Ferne sieht alles anders aus, als man es bei näherer Betrachtung findet."

    Jürgen Goldsteins Forster-Buch ist mehr als eine Biografie. Es liest sich wie der Abenteuerroman eines Lebens, voller Erkenntnisse, die bis heute gültig sind.

    Autor

    domimage
    Copyright Kerstin Goldstein

    Jürgen Goldstein, geboren 1962 in Beckum, lehrt als Professor für Philosophie an der Universität Koblenz-Landau. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Aspekte der Politischen Philosophie des 20. Jahrhunderts, die Konstitution der neuzeitlichen Subjektivität und Rationalität, u.a. bei Hans Blumenberg und Descartes, sowie die Geschichte der Naturwahrnehmung. 2013 erschien Die Entdeckung der Natur bei Matthes & Seitz Berlin. Für Georg Forster erhielt er im Herbst 2015 den Gleim-Literaturpreis.

    Seite drucken
    Zurück nach oben
    Impressum| Datenschutz und Haftung| Leipziger Messe GmbH, Messe-Allee 1, 04356 Leipzig. © Leipziger Messe 2016. Alle Rechte vorbehalten