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in der Kategorie Belletristik

Ulrich Peltzer „Teil der Lösung“
Überwachungskameras am Potsdamer Platz, globalisierte Markenwelten und limitierte Bewegungsfreiheit: an Vorzeichen, die politisches Handeln ebenso notwendig wie illusionär erscheinen lassen, mangelt es nirgends. Christian schlägt sich als freier Journalist mit Gelegenheitsaufträgen durch und ist Teil eines akademischen Proletariats, wie es in Berlin ganze Stadtviertel besiedelt. Selbst Mitte dreißig, hat er die Zeit des bewaffneten Widerstands gegen die Staatsmacht nur noch als Echo miterlebt. Vielleicht sucht er gerade deshalb für eine längst fällige Story Kontakt zu untergetauchten Ehemaligen der Roten Brigaden. In Paris soll ein wichtiger Informant anzutreffen und zum Reden bereit sein. Zunächst aber trifft Christian auf Nele. Die hochbegabte Studentin bewegt sich, von einer geheimnisvollen Wut getrieben, durch den Jahrhundertsommer 2003. Was mit ein paar Zufallsbegegnungen eher harmlos beginnt, entwickelt sich zu einer heftigen und verqueren Anziehung, deren Ausgangspunkt im neuen Berlin liegt und die ihren Showdown in den Arabervierteln von Paris erlebt. „Teil der Lösung“ ist ein hochaktueller Roman, der in einem rasanten Ineinander von einzelnen Szenen abbildet, wie bruchstückhaft und vielfältig Wirklichkeit ist. Kontrollierter Raum und spielerische Störmanöver, Decknamen und Spitzel, geheime Treffen und präzise Attentate auf den Alltag: Subtil verbindet Ulrich Peltzer eine störrische Liebesgeschichte mit der Beobachtung neuer politischer Bewegungen in einer Grammatik der Überwachung.
Foto: Günter Contzen

Ulrich Peltzer, 1956 in Krefeld geboren, studierte Psychologie und Philosophie in Berlin, wo er seit 1975 lebt. Wie sein Debütroman „Die Sünden der Faulheit“ (1983), erschienen auch seine späteren Werke „Stefan Martinez“ (1995), „Alle oder Keiner“ (1999) und seine Erzählung „Bryant Park“ (2002) im Ammann Verlag. Ulrich Peltzer wurde u. a. mit dem Berliner Literaturpreis (1996), dem Anna-Seghers Preis (1997), dem Preis der SWR-Bestenliste (2000), dem Niederrheinischen Literaturpreis (2001) und dem Bremer Literaturpreis (2003) ausgezeichnet.

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