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Nominierung


in der Kategorie Sachbuch/Essayistik

Michael Maar „Solus Rex.
Die schöne böse Welt des Vladimir Nabokov“
Solus Rex ist der Titel eines Nabokov-Fragments, der einen Begriff aus dem Problemschach aufgreift: der schwarze matt zu setzende König steht allein auf
dem Feld. So singulär war auch der Autor, der bei Michael Maar zu neuem, schillerndem Leben erwacht.

„Lolita ist berühmt, nicht ich“, sagte Vladimir Nabokov, der als einer der größten Autoren des 20. Jahrhunderts in Deutschland bislang noch nicht mit einer Monographie gewürdigt wurde. Michael Maars fulminante Studie schafft Abhilfe. Nabokov wird bei Maar zu einem Menschen von zugleich heikler und sympathischer Größe. Maar erweist sich als glänzender Interpret und Spurensucher im so vielschichtigen, rätselhaften und faszinierenden Werk des großen Meisters. Er entdeckt verborgene Quellen, aufschlussreiche Anspielungen, versteckte Zitate und geheimnisvolle Bilder. Brillant schildert er etwa, wie Nabokov die berühmte Erzählung „Der kleine Herr Friedemann“ des von ihm verachteten Thomas Mann in seiner eigenen Erzählung „Der Kartoffelelf“ genialisch-böse karikiert. An zahllosen Details zeigt er, wie eng Leben und Werk Nabokovs verknüpft sind. Wir erfahren von dessen jüngerem Bruder, der elend in einem deutschen Lager starb, von den vielen Vorläuferinnen des jungen Nymphchens und den zwei Kammern des Herzens, das in Lolita schlägt. Kein zweiter Autor hat den Glanz der Welt so gefeiert wie Vladimir Nabokov, einer Welt, die aber zugleich so abgründig ist, als würde sie nicht von Gott, sondern von einem bösen Demiurgen gelenkt. Für Nabokov-Kenner hält diese bahnbrechende Monographie einen Sack voller Funde und Neuigkeiten bereit. Dem Laien malt sie das bewegende Bild eines singulären Künstlers, der am Ende wie der chinesische Maler in seinem eigenen Gemälde verschwand.
Foto: Isolde Ohlbaum

Michael Maar, geboren 1960, studierte
Germanistik und Psychologie und lebt als freier Autor in Berlin. Sein Buch „Geister und Kunst. Neuigkeiten aus dem Zauberberg“ (1995) wurde mit dem Johann-Heinrich-Merck-Preis für Essayistik ausgezeichnet. Im Jahr 2000 erhielt er für seine Arbeit als Literaturkritiker den Lessing-Förderpreis für Kritik. 2003 und 2005 erschienen seine Bücher „Warum Nabokov Harry Potter gemocht hätte und Lolita und der deutsche Leutnant“. Seine Entdeckung eines deutschen Lolita-Vorbilds sorgte 2004 für internationales Aufsehen.

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