Nominierung
in der Kategorie Sachbuch/Essayistik
Jan Philipp Reemtsma Vertrauen und Gewalt.
Versuch über eine besondere Konstellation der Moderne |
Die
Probleme der Gewalt sind immer noch sehr dunkel, schrieb Hannah
Arendt vor rund 40 Jahren. Und dieses Diktum gilt unverändert.
Warum sich die
Soziologie mit den Phänomenen der Gewalt so schwer tut, ist eine
der zentralen Fragen, mit denen sich Vertrauen und Gewalt
beschäftigt. In seiner Studie analysiert Jan Philipp Reemtsma,
was Vertrauen und vor allem Vertrauen in die Moderne heißt und
in welcher Weise dieses Vertrauen an die besonderen
Legitimationsanforderungen gebunden ist, denen der Gebrauch von Gewalt
in
der Moderne unterworfen ist. Er fragt, wie extreme Destruktivität
trotz des
modernen Programms der Gewalteinschränkung bestehen kann und
wie das
Vertrauen in die Moderne fortbesteht ungeachtet der Gewaltexzesse
des
20. Jahrhunderts. Für diesen Versuch einer Bilanzierung muss
das Moderne unter
verschiedenen Aspekten beleuchtet werden. Weiträumige Überblicke
über historische, politische, literarische oder philosophische
Entwicklungen von der Antike bis in unsere Gegenwart wechseln mit
einer Konzentration auf konkrete
Ereignisse ab; soziologische Reflexionen und historisches Beispielmaterial
werden durch philologische Analysen ergänzt und verdeutlicht.
Dieser Blick
auf das Zivilisierungsprojekt der Moderne konkurriert nicht mit anderen,
sondern ergänzt sie. Jan Philipp Reemtsma hat ein Buch vorgelegt,
das geeignet ist, eingefahrene und gewohnte Sichtweisen aufzubrechen
und das Verständnis der Beziehung, die zwischen Vertrauen, Gewalt
und Macht herrscht, zu erweitern. |
Foto: Noel Tovia Matoff
Jan
Philipp Reemtsma studierte Germanistik
und Philosophie und ist Professor für neuere deutsche Literatur
an der Hamburger Universität, Vorstand des Hamburger Instituts
für Sozialforschung und der Arno Schmidt Stiftung sowie Mitherausgeber
der Werke Arno Schmidts. Zu literarischen, historischen, politischen
und philosophischen Themen liegen zahlreiche Veröffentlichungen
von ihm vor. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Lessing-Preis
(1997), dem Nicolas-Born-Preis (2001) und der Leibniz-Medaille der
Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (2002). Jan Philipp
Reemtsma lebt und arbeitet vorwiegend in
Hamburg.
Pressekontakt:
Hamburger Edition
Herr Juergen Determann
Mittelweg 36, D 20148 Hamburg
Telefon +49 (0) 40 41 40 97 34
E-mail: juergen.determann@his-online.de
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