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in der Kategorie Übersetzung
Aus dem Altkatalanischen von Fritz Vogelgsang
Joanot Martorell: Der Roman vom Weißen Ritter Tirant lo
Blanc |
Der
Roman vom Weißen Ritter ist einer der ersten Romane auf
Altkatalanisch. Als 1990 der erste Teil des Tirant lo Blanc
in deutscher Sprache erschien, machte er Furore. Erneut denn
man kann sagen, dass der Tirant in mehreren Rezeptionswellen über
die Jahrhunderte hinweg ein großes Staunen hervorrief: Hatte
man hier etwa den ersten modernen Roman vor sich? Mit einer gewissen
Fassungslosigkeit konnte sich jede Lesergeneration aufs Neue von der
einzigartigen erzählerischen Gewalt des Joanot Martorell (1413/151468)
überzeugen. Der formal so vielseitige Ritterroman, der gleichsam
über sich selbst und seine Zeit hinauswies und 1490 (inzwischen
von Martí Joan de Galba vollendet) erstmals gedruckt wurde,
führt den Helden nach England, Rhodos, Konstantinopel, nach Äthiopien,
also an die Enden der bekannten Welt. Und wenn der Weiße
Ritter dann in Adrianopel sein Leben beschließt, hat auch
der Leser ein fast zweitausendseitiges Abenteuer hinter sich. Der
Weiße Ritter ist prachtvoll: ein Sittenbild der
damaligen Welt, ein Ritterroman mit Ehrenkodex und Turnierregeln,
ein erotischer Roman und ein spannend amüsantes Abenteuer
ein ungeheuer bedeutsamer und folgenreicher Text, der aber nach wie
vor eher als
Geheimtipp denn als allgemein bekannter Teil des weltliterarischen
Kanons gelten muss. Dieser Roman ist nach wie vor zu entdecken, zumindest
in Deutschland. Nun ist dies vollständig möglich: Endlich
ist auch der zweite und dritte Band der Übersetzung Fritz Vogelgsangs
erschienen. Und die ist eine Glanzleistung
(Focus): Fritz Vogelgsang hat von unserer Gegenwart aus eine barocke
Sprache erfunden, die die sprachlichen Finessen, ironischen Anspielungen
und die
fulminante Fabulierlust des Autors trägt ohne dabei aber
ins sprachlich Verstaubte abzugleiten: Eine spannendere Schule
katalanischer Literatur könnte es kaum geben, einen eleganteren
Nachweis übersetzerischer Möglichkeiten auch nicht.
(Martin Zähringer in der FR) |
Foto: Angel Sanchez
Fritz
Vogelgsang, 1930 in Stuttgart geboren, arbeitet seit 1980 als freiberuflicher
Übersetzer und Essayist. Er hat aus dem Spanischen, Katalanischen,
Japanischen und Englischen übersetzt, ins Deutsche Werke von
Octavio Paz, Pablo Neruda, Juan Ramón Jiménez, Salvador
Espriu und anderen mehr. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet,
u. a. mit dem Wieland-Übersetzerpreis (1979), dem Johann-Heinrich-Voß-Preis
(1991) und dem Wilhelm Merton-Preis für europäische Übersetzungen
(2001). Fritz Vogelgsang lebt heute in Chiva de Morella (Spanien)
und Markgröningen.
Pressekontakt:
S. Fischer Verlag
Frau Petra Baumann-Zink
Neue Grünstraße 17, D 10179 Berlin
Telefon: +49 (0) 30 30 86 39 29
E-Mail: petra.baumann.zink@fischerverlage.de
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