SACHBUCH / ESSAYISTIK
Ulli Lust: „Die Frau als Mensch 2: Schamaninnen“ (Reprodukt)
Über das Buch
Ein Mammutwerk im wahrsten Sinne: Die Comic-Zeichnerin Ulli Lust blickt in ihrem zweiten Teil der Reihe Die Frau als Mensch auf die Eiszeit und rückt die Kunst der frühen Menschheit in ein neues Licht. Sechs Jahre Recherche verdichten sich zu einer persönlich inspirierten Neudeutung der Menschheitsgeschichte. Waren die Tiermenschen und Venusfiguren der Steinzeit wirklich Schöpfungen von Männern? Ulli Lust entlarvt einen jahrzehntealten Denkfehler und macht sichtbar, dass auch Frauen Künstlerinnen, Schamaninnen und Gestalterinnen spiritueller Werkzeuge waren. Im Zentrum steht „die Füchsin“, jene Frau, die mit dem Skelett eines Fuchses begraben wurde, Vermittlerin zwischen Welten und Zeiten. Mit Ulli Lusts Blick erscheinen nomadische Jägerinnen und Sammlerinnen als selbstbestimmte Akteurinnen, die sogar ihre Fruchtbarkeit regulieren konnten.
Begründung der Jury
Mit dem zweiten Band ihrer Die Frau als Mensch-Reihe zeichnet Ulli Lust belesen und kunstgeschichtlich versiert ein überraschendes Bild der Eiszeitgemeinschaft und ihrer Heilerinnen, Hebammen, spirituellen Helferinnen. Lust kommentiert nachdenklich und manchmal keck von heute aus mit, was Schamaninnen zu einem so lebhaften wie seine Quellen und spekulativen Seiten offenlegenden Comic-Essay macht.
Über die Autorin
Ulli Lust ist eine österreichische Comiczeichnerin und Illustratorin. Ihr Comic Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Leben (avant-verlag, 2009) erhielt international viel Aufmerksamkeit und wurde u. a. mit dem Los Angeles Times Book Award ausgezeichnet. Es folgten u. a. 2013 Flughunde (nach dem Roman von Marcel Beyer) und 2017 Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein (beide Suhrkamp). 2025 erhielt Die Frau als Mensch: Am Anfang der Geschichte den Deutschen Sachbuchpreis.