BELLETRISTIK

Wer moechte nicht_Cover
Portrait von Helene Bukowski__c_Tobias_Kruse
© Tobias Kruse

Helene Bukowski: „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ (Claassen)

Über das Buch

Helene Bukowski begibt sich auf die Spuren einer Pianistin aus Neubrandenburg. Christinas Leben ist kurz und intensiv. Als hochbegabte junge Frau wurde sie an Musikkonservatorien in Berlin und Moskau ausgebildet und gedrillt, 1985 kehrte sie zurück und nahm sich wenig später das Leben. In Wer möchte nicht am Leben bleiben nähert sich Bukowski dieser jungen Frau mit großem Feingefühl. Sie setzt Fragmente zusammen, folgt den Spuren durch Städte und Brachland, arbeitet sich durch Dokumente, Erinnerungen und Leerstellen. Aus dem Versuch, ein fremdes Leben zu verstehen, entsteht das beeindruckende Bild einer Frau und ihres Balanceakts zwischen Kunst und Einsamkeit, den Erwartungen, dem Scheitern und der Gewalt der Umstände.

Begründung der Jury

Anspielungsreich und eindringlich spürt Helene Bukowski einer Pianistin nach, die von der Erzählerin aus der verblüffenden Perspektive eines Geistes umschwebt wird. Dieser Geist kann einiges, doch er kann die junge Frau nicht davon abhalten, sich aus dem Fenster zu stürzen. Helene Bukowski erschafft ein psychologisches Portrait und wird dabei zum Orpheus, der ins Erinnern hinabsteigt – nicht zuletzt sind das Umschauen und Anschauen basso continuo des Romans.

Über die Autorin

Helene Bukowski, geboren 1993 in Berlin, studierte am Literaturinstitut Hildesheim. 2019 erschien ihr Debütroman Milchzähne, für den sie u. a. für den Mara-Cassens-Preis, den Rauriser Literaturpreis und den Kranichsteiner Literaturförderpreis nominiert war. Der Roman wurde ins Französische und Englische übersetzt und von Sophia Bösch verfilmt. 2022 folgte ihr zweiter Roman Die Kriegerin (Blumenbar).

  Leseprobe (PDF, 382 kB)