BELLETRISTIK

Im ersten Licht Cover
Portrait von Norbert_Gstrein_c_Isolde_Ohlbaum
© Isolde Ohlbaum

Norbert Gstrein: „Im ersten Licht“ (Hanser Verlag)

Über das Buch

Norbert Gstreins neuer Roman folgt dem Leben eines österreichischen Mannes durch das 20. Jahrhundert. Adrians Leben beginnt mit einem Axthieb: Sein Vater macht ihn als Jugendlichen untauglich für den Ersten Weltkrieg, rettet ihn so vielleicht. Im Alter erlebt er eine unerwartete Liebe. Dazwischen liegt die Tragik zweier Weltkriege, die der hinkende Adrian vom Rande mitbekommt. In einer Villa kümmert er sich um Kriegsversehrte und Invalide, später als Lehrer für Englisch und Geschichte betreut er außerdem ehemalige Soldaten, die weniger Glück hatten als er. Im ersten Licht zeichnet das Porträt eines Menschen im Schatten des Krieges. Gstrein entfaltet die über 80 Jahre andauernde Geschichte eines Davongekommenen und erzählt präzise und von großer emotionaler Wucht von Schuld und Täterschaft sowie der Orientierungslosigkeit der Nachkriegsjahre.

Begründung der Jury

Adrian, die Hauptfigur in diesem Buch, kennt den Krieg aus der Distanz. Und doch übt er eine anhaltende Faszination auf ihn aus. Norbert Gstreins kunstvoller und vielschichtiger Roman folgt diesem Adrian und umkreist dabei elementare Fragen unserer Gegenwart: Mit welcher Sprache erzählen wir von Tod und Gewalt? Und wie verhindern wir, dass aus Faszination für Krieg wieder Begeisterung wird?

Über den Autor

Norbert Gstrein, 1961 in Tirol geboren, lebt in Hamburg. Für sein umfangreiches Werk erhielt er u. a. den Alfred-Döblin-Preis, den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung, den Uwe-Johnson-Preis, den Österreichischen Buchpreis, den Düsseldorfer Literaturpreis und den Thomas-Mann-Preis. Bei Hanser erschienen zuletzt die Romane Die kommenden Jahre (2018), Als ich jung war (2019), Der zweite Jakob (2021) und Vier Tage, drei Nächte (2022) sowie der Essayband Mehr als nur ein Fremder (2023).

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