BELLETRISTIK

Goldstrand_Cover
Portrait von Poladjan Katerina_c_Francesco_Gattoni
© Francesco Gattoni

Katerina Poladjan: „Goldstrand“ (S. Fischer)

Über das Buch

Eli, ein Regisseur bildgewaltiger Filme, lebt in einer bröckelnden römischen Villa, sieht der um ihn wachsenden Einsamkeit zu und gibt seinem Dasein im Erzählen eine phantastische Struktur bis hin zur mythischen Reise ans Schwarze Meer. Auf dem Sofa seiner Dottoressa in Rom liegend, entfaltet er in ausschweifenden Erinnerungen seine Biografie, reiht Ereignisse aneinander wie Szenen. Geboren in den 1950er-Jahren an der bulgarischen Küste, führt ihn sein Weg durch Städte und Zeiten: von Warna nach Odessa, von Konstantinopel bis nach Rom. Goldstrand ist ein Roman über Herkunft und Bewegung, über das Kreisen um eine Leerstelle und das Leben als Montage. Mit ihrer virtuos verdichteten Prosa erzeugt Katerina Poladjan in heiter-melancholischen Bildern eine Welt.

Begründung der Jury

Wie erzählen wir unser Leben, wenn wir es selbst kaum fassen können? Meisterlich führt Katerina Poladjan vor, wie eine Biographie aus Selbstbefragung und Erfindung entsteht, aus Fabulieren und dem Umschiffen von Schmerz. Ihre Sprache ist leicht und abgründig zugleich, ihre Hauptfigur betrachtet sie mit Zuneigung und sanftem Spott, solange, bis das Bild eines Menschen entsteht, der sich auf einen Abschied vorbereitet und selbst noch nicht weiß, wohin ihn die Reise führt.

Über die Autorin

Katerina Poladjan wurde 1971 in Moskau geboren, wuchs in Rom und Wien auf und lebt in Deutschland. Für Hier sind Löwen (S. Fischer, 2019) erhielt sie Stipendien des Deutschen Literaturfonds, des Berliner Senats und von der Kulturakademie Tarabya in Istanbul. 2021 wurde sie mit dem Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund ausgezeichnet. Mit Zukunftsmusik (S. Fischer) stand Katerina Poladjan auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse 2022. 2025 erhielt sie den Großen Preis des Deutschen Literaturfonds.

  Leseprobe (PDF, 386 kB)