ÜBERSETZUNG
Aus dem Isländischen von Tina Flecken
Auður Ava Ólafsdóttir: „Eden“ (Insel Verlag)
Über das Buch
In Eden erzählt Auður Ava Ólafsdóttir von einer Sprachwissenschaftlerin, die sich für ein marodes Haus am Gletscherfluss entscheidet und dort trotz widriger Umstände dem Leben auf dem Land nachspürt. Immer mehr fügt sie sich in die Dorfgemeinschaft ein. Chor und Theaterverein suchen neue Mitglieder und die im Dorf ansässigen Geflüchteten brauchen eine Sprachlehrerin. Sie entdeckt die Schönheit der kleinen Dinge, gewöhnt sich an die Eigenheiten des Wetters und gewinnt Freude an der Stille und den Rhythmen des Lebens fernab der Stadt. Sie lernt einen 16-jährigen Waisenjungen kennen und legt mit ihm einen Garten an, der zu ihrem gemeinsamen Zufluchtsort wird. Zwischen Einsamkeit, Natur und Gemeinschaft beginnt eine Geschichte von Freundschaft, Fürsorge und dem Selbstbewusstsein, eigene Wege zu gehen.
Begründung der Jury
Dieser Roman leuchtet tief in die Sprache hinein und ist gerade in seiner Übersetzung eine große Liebeserklärung an das Material unserer Verständigung. Unterschiede und Gemeinsamkeiten, das Finden des richtigen Wortes – all dies wächst schier aus der Landschaft und den Gedanken der Figur heraus: eine Leistung, dies in eine andere Sprache zu übertragen. Tina Flecken hat es fein und flüssig gemeistert, wir lesen mit Staunen, wie Wörter migrieren und aufgenommen werden.
Über die Übersetzerin
Tina Flecken, geboren 1968 in Köln, studierte Skandinavistik, Anglistik und Germanistik in Köln und Reykjavík. Sie übersetzt Prosa und Lyrik aus dem Isländischen, darunter zahlreiche Romane der isländischen Gegenwartsliteratur, u. a. Bragi Ólafsson, Yrsa Sigurðardóttir, Sjón, Andri Snær Magnason und Kristín Steinsdóttir. 2021 wurde sie mit dem isländischen Übersetzerpreis Orðstír ausgezeichnet.