ÜBERSETZUNG
Aus dem Spanischen von Manfred Gmeiner
Gustavo Faverón Patriau: „Unten leben“ (Literaturverlag Droschl)
Über das Buch
Ein bewusst und clever durchkomponiertes Verwirrspiel ist Unten leben von Gustavo Faverón Patriau. Der peruanische Autor und Literaturwissenschaftler nimmt uns mit in das Leben unten – in die Keller von Häusern, unterirdische Gefängnisse und Katakomben. Ausgangspunkt der Erzählung ist der amerikanische Filmemacher George Bennet, der für mehrere Morde zur Verantwortung gezogen wird. Man wirft ihm vor, der Anführer einer Guerillagruppe gewesen zu sein. Zur Aufklärung kommt der Fall erst fünfundzwanzig Jahre später, doch bis dahin haben Geheimnisse, Intrigen und Gewalt tiefe Spuren hinterlassen. Patriau entwirft ein dichtes Netz aus Referenzen, in dem Wahrheit und Fiktion sich ständig verschieben. Unten leben ist ein beklemmender und spannender Roman über das labyrinthische Geflecht menschlicher Erinnerung und die lateinamerikanische Geschichte.
Begründung der Jury
Dutzende Stimmen bilden in diesem meisterhaften Horror- und Schelmenroman ein Mosaik der düsteren Geschichte Lateinamerikas. Manfred Gmeiner hat diese labyrinthische Erzählung mit spielerischer Eleganz übertragen, ohne jemals den Blick auf ihre eigensinnigen Figuren, die literarischen Querverweise und das magische Funkeln der Poesie zu verlieren. Seine ebenso furchtlose wie packende Übersetzung macht die Lektüre zu einer unvergesslichen Erfahrung.
Über den Übersetzer
Manfred Gmeiner, geboren 1964 in Wien, war lange als selbstständiger Buchhändler in einer gemeinsam mit seiner Partnerin gegründeten spanischsprachigen Buchhandlung tätig. Nach Weitergabe der Buchhandlung ist er nun als Scout und Übersetzer aus dem Spanischen tätig. Er gab mehrere Anthologien heraus und übersetzte u. a. Jordi Peidro, Francisco Álvarez und Federico García Lorca.